LEUCHTTURM-PREIS 2016 DER STIFTUNG RAVENSBURGER VERLAG FÜR OSKAR-SORGENTELEFON IM BUNDESVERBAND KINDERHOSPIZ e. V.

Veröffentlicht am 04.10.2016

Sabine Kraft erhält für die ehrenamtliche Initiative "OSKAR-Sorgentelefon" den mit 12.000 Euro dotierten Leuchtturm-Preis 2016 der Stiftung Ravensburger Verlag. Die hauptberuflich als Geschäftsführerin des Bundesverbandes Kinderhospiz e. V. tätige Preisträgerin schuf diese 24-Stunden-Hotline für Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern und deren soziales Umfeld. Die Stiftung Ravensburger Verlag vergibt ihren Leuchtturmpreis alljährlich "für vorbildliches Engagement im Sektor familiäre, institutionelle oder ehrenamtliche Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen". Die Preissumme wurde 2016 von 8.000 auf 12.000 Euro erhöht. Die Preisverleihung findet am 28. November 2016 in Berlin statt. Die Laudatio hält die Bundestagsabgeordnete Hilde Mattheis (SPD).

Hotline für Familien mit schwerstkranken Kindern

Die seit 2015 etablierte Einrichtung "OSKAR-Sorgentelefon" hat 30 ehrenamtliche, professionell geschulte Mitarbeiter/innen, die rund um die Uhr Anrufe von Eltern lebensverkürzend erkrankter Kinder entgegen nehmen, auch von den Kindern selbst, von Großeltern, Geschwistern, Freunden der Familie, von Erzieherinnen und Lehrerinnen sowie Fachleuten und Ehrenamtlichen, die mit schwerstkranken Kindern zu tun haben. Auch Menschen, die um ein verstorbenes Kind trauern, finden unter der Hotline 0800 / 88884711 verständnisvolle und kompetente Gesprächspartner. Diese stehen auch mit praktischem Rat zur Verfügung.
Das Herzstück der Organisation ist eine Datenbank mit Tausenden von Namen und Kontaktdaten von Fachleuten – Palliativmedizinern, Kliniken, Hospizen, Psychologen und Trauerbegleitern. Um die seelischen Belastungen dieser Tätigkeit selbst auszuhalten, erhalten die Hotline-Mitarbeiter/innen regelmäßig eine professionelle Supervision.

Etwa 5.000 todkranke Kinder und Jugendliche sterben jedes Jahr

Der Bundesverband Kinderhospiz e. V. finanziert sich durch Spenden, Mitgliedsbeiträge, Bußgelder und Nachlässe. "OSKAR" ist sein größtes Projekt. Es begann im Jahr 2015 als Pilot, sehr rasch zeigte sich der hohe Bedarf: Im ersten Arbeitsjahr meldeten sich 4.000 Anrufer, berichtet Geschäftsführerin Sabine Kraft. "Die meisten der 40.000 erkrankten Kinder und Jugendlichen in Deutschland, die das Erwachsenenalter nicht erreichen werden, haben nicht Krebs, wie oft vermutet wird, sondern Muskelatrophien und Organschädigungen. Auch nicht lebensfähige 'Frühchen' zählen dazu." Etwa 5.000 dieser Erkrankten sterben jährlich. Das Sorgentelefon für die betroffenen Familien und ihr soziales Umfeld ist eine weltweit einmalige Initiative. Es gibt in Deutschland 14 stationäre und 145 ambulante Palliativeinrichtungen zur Pflege und Betreuung solcher Kinder und Familien.

Lobby für schwerstkranke Kinder und ihre Familien

"Die Tätigkeit der Initiative "OSKAR-Sorgentelefon" erfüllt in hohem Maße die Ziele unseres Leuchtturmpreises", erklärt Stiftungsvorsitzende Dorothee Hess-Maier. "Lebensbedrohlich erkrankte Kinder und Jugendliche und deren Familien hatten lange keine Lobby in unserer Gesellschaft, auch kaum in der Politik. Eltern und andere Angehörige finden nur schwer kompetente Gesprächspartner für ihre Sorgen und Bedürfnisse."
Die Stiftung habe die überzeugenden Leistungen der Initiative zum Anlass genommen, die Dotierung ihres Leuchtturmpreises für vorbildliches Engagement von bislang 8.000 auf jetzt und künftig 12.000 Euro zu erhöhen.