BUCHPREIS 2013 DER STIFTUNG RAVENSBURGER VERLAG FÜR DORIS KNECHT UND FAMILIENROMAN "BESSER"

Veröffentlicht am 30.09.2013
Der Buchpreis 2013 der Stiftung Ravensburger Verlag geht an die Wiener Schriftstellerin Doris Knecht. Die deutschsprachige Autorin erhält die mit 12.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihren Familienroman "Besser" (Rowohlt Berlin Verlag).

Die Stiftungsvorsitzende Dorothee Hess-Maier übergibt den Preis am 18. November 2013 in Berlin, die Laudatio hält Focus-Literaturchef Dr. Uwe Wittstock.2012 und 2011 waren die Schriftsteller Sten Nadolny und Maja Haderlap mit diesem Buchpreis ausgezeichnet worden.


Die Begründung der Preisvergabe lautet:
Dieser Roman stellt ein gelungenes Beispiel für eine Mut machende moderne Familienkonstellation dar. Es ist ein intelligent und unsentimental geschriebener Gegenwartsroman, der innere, oft witzige Monolog einer Zweiflerin, die trotz glücklichem Familienleben mit Mann und zwei kleinen Kindern stets ein Damoklesschwert über sich hängen sieht. Sparsam eingefügte Rückblenden offenbaren eine verwahrloste Kindheit mit einer Trinkerin als Mutter. Als junge Frau war die Heldin offenbar drogensüchtig. Ihr wohlhabender, gutmütiger Ehemann, seinerseits aus intakten Familienverhältnissen, ahnt nicht, welche Dämonen und Ängste seine Frau umtreiben.
In einer direkten und unverblümten Sprache, mit witzigen Dialogen und teils ins Sarkastische abgleitenden Beschreibungen der bildungsbürgerlichen Mittelschicht führt Doris Knecht ihre Heldin durch einen Erkenntnisprozess. Der Roman ist ein leidenschaftliches und glaubwürdiges Plädoyer für die wichtige Bedeutung der Familie im Leben jedes Menschen, für elterliche Verantwortung und Liebe zu Kindern, auch wenn der Alltag chaotisch und kompliziert sein mag. Ein mutiger Familienroman!

Stiftungs-Buchpreis für familienbezogenen Roman oder Erzählungen

Der zum dritten Mal verliehene Buchpreis der Stiftung Ravensburger Verlag soll jährlich den Autor einer deutschsprachigen Publikation erzählender Prosa (Roman, Erzählung, Anthologie) auszeichnen, die maximal zwei Jahre zuvor erschienen ist. Die Preissumme von 12.000 Euro erhält entsprechend der Zielsetzung des Preises eine Schriftstellerin oder ein Schriftsteller, "der mit literarischen Stilmitteln ein zeitgenössisches Bild der Familie zeichnet". In der Definition der Stiftung heißt es:

"Die Bedeutung der Familie in der Gesellschaft steht im Mittelpunkt des Interesses der fiktionalen Handlung. Das Buch vermittelt erzählerisch Konfliktlösungen oder Lebensbeispiele, die einen Beitrag zur familiären Wertebildung leisten. Ausgezeichnet wird ein Buch, das auf dem geistigen Niveau der Zeit die inneren Kräfte des Lebensmodells Familie und deren Dynamik anschaulich macht, was aktuelle Problemthemen einschließt."

Die Autorin Doris Knecht

Doris Knecht, geboren 1966 in Vorarlberg, war stellvertrende Chefredakteurin des Wiener Stadtmagazins "Falter" und Kolumnistin des Schweizer "Tages-Anzeiger". Für den "Kurier" schreibt sie die tägliche Kolumne "Knecht", für den "Falter" wöchentlich eine Familienkolumne. Ihr erster Roman "Gruber geht" stand 2011 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Doris Knecht ist Mutter von Zwillingen und lebt mit ihrer Familie in Wien und im Waldviertel.


Die Berater und Entscheider

Bei der Entscheidung für den Buchpreis lässt sich die Stiftung von verschiedenen Fachleuten aus Literaturkritik und Buchhandel beraten. Im Jahr 2013 waren dies Dr. Uwe Wittstock (Focus), Sandra Kegel (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Ellen Pomikalko (Buchmarkt), Dr. Ulrich Weinzierl (Die Welt), Margarete und Michael Riethmüller (RavensBuch) und Andrea Reidt (Freie Journalistin).
Doris Knecht:
Besser. Roman.
Rowohlt Berlin Verlag 2013.
288 Seiten. Hardcover. 19,95 Euro