DEN BUCHPREIS 2016 DER STIFTUNG RAVENSBURGER VERLAG BEKOMMT DER 32JÄHRIGE BERLINER AUTOR BENEDICT WELLS

Veröffentlicht am 10.10.2016
Der Schriftsteller erhält die mit 12.000 Euro dotierte Auszeichnung für seinen Familienroman "Vom Ende der Einsamkeit" (Diogenes Verlag Zürich).

In den Vorjahren 2015, 2014, 2013, 2012 und 2011 waren die Schriftsteller Vea Kaiser, Lena Gorelik, Doris Knecht, Sten Nadolny und Maja Haderlap mit diesem Buchpreis ausgezeichnet worden.


Begründung der Preisvergabe

"Der Roman "Vom Ende der Einsamkeit" ist die Geschichte dreier behütet aufwachsenden Geschwister, die durch Unfalltod der Eltern entwurzelt werden und fortan mehr oder weniger getrennt im Internat leben müssen. Berührend erzählt, sprachlich großartig, schildert Benedict Wells, wie die Traumatisierung nach und nach in Lebensbewältigung übergeht und in einen starken Zusammenhalt und ein gemeinsames Lebensmodell der Geschwister mit ihren Kindern mündet. Ein kluges Werk über Verlust und Bewahren, über langsame Selbstfindung, über die Macht des Vergangenen, ungeachtet seiner Traurigkeit tröstlich, zuweilen sogar komisch. Ein Roman, den man nicht so schnell vergisst."

Stiftungs-Buchpreis für familienbezogenen Roman oder Erzählungen

Der zum sechsten Mal verliehene Buchpreis der Stiftung Ravensburger Verlag soll jährlich den Autor einer deutschsprachigen Publikation erzählender Prosa (Roman, Erzählung, Anthologie) auszeichnen, die maximal zwei Jahre zuvor erschienen ist.
Die Preissumme von 12.000 Euro erhält entsprechend der Zielsetzung des Preises eine Schriftstellerin oder ein Schriftsteller, der mit literarischen Stilmitteln ein zeitgenössisches Bild der Familie zeichnet".

Darin heißt es weiter:
"Ausgezeichnet wird ein Buch, das auf dem geistigen Niveau der Zeit die inneren Kräfte des Lebensmodells Familie und deren Dynamik anschaulich macht, was aktuelle Problemthemen einschließt. Die Bedeutung der Familie in der Gesellschaft steht im Mittelpunkt des Interesses der fiktionalen Handlung. Das Buch vermittelt erzählerisch Konfliktlösungen oder Lebensbeispiele, die einen Beitrag zur familiären Wertebildung leisten."

Der Autor Benedict Wells

Benedict Wells wurde 1984 in München geboren und lebt heute in Berlin. Wie seine Buchhelden wuchs auch er überwiegend in Internaten auf. Das Buch "Vom Ende der Einsamkeit" ist sein vierter Roman. Sein Debütroman "Becks letzter Sommer" (2008) wurde verfilmt.

Die Berater und Entscheider

Bei der Entscheidung für den Buchpreis lässt sich die Stiftung von verschiedenen Fachleuten aus Literaturkritik und Buchhandel beraten. Im Jahr 2016 waren dies Dr. Uwe Wittstock (Focus), Sandra Kegel (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Ellen Pomikalko (Buchmarkt), Dr. Ulrich Weinzierl (Freier Literaturkritiker), Margarete und Michael Riethmüller (RavensBuch) und Andrea Reidt (Freie Journalistin).

Buch- und Leuchtturm-Preisverleihungen am 28. November in Berlin

Die Preisverleihung findet am 28. November 2016 in der Berliner Landesvertretung Baden-Württemberg statt. Die Laudatio auf den Buchpreisträger hält der Literaturkritiker Dr. Uwe Wittstock (Focus).

Benedict Wells:
Vom Ende der Einsamkeit. Roman.
Diogenes 2016
355 Seiten.
Hardcover 22 Euro; Hörbuch/Audio-CD 25 Euro